Jungschützen
Die Jungschützen treffen sich an jedem Freitag ab 17:30 Uhr zu Sport und Spiel im Schützenheim.
Aktuelles
Jungschützen berichten über ihre Aktivitäten 2010
Beim Patronatsfest 2011 ließen die Jungschützen ihre Jahresaktivitäten 2010 Revue passieren. Der Bogen spannte sich von unserem Schützenfest , wo sie sich aktiv in die Vorbereitungen eingebracht haben, über das Bezirkszeltlager in Wissersheim (siehe unten) und den Jungschützentagen in Zülpich bis zum Basteln von Adventskränzen im Dezember, die mit großem Erfolg verkauft wurden. Ein besonderer Höhepunkt war wohl für alle Beteiligten der Wochenendausflug nach Paris im Oktober. Erwähnenswert ist auch, daß Daniel Weihrauch erfolgreich eine Ausbildung zum Jugendschießleiter absolviert hat. Die Jungschützen bedanken sich bei allen, die ihre Aktivitäten unterstützt haben, besonders aber bei ihrer Jungschützenmeisterin Hedi Becker und deren Stellvertreterin Christina Hambach.
Jungschützentage 2010 des Bezirksverbandes DN-Ost
Von Jens Hallstein, Nörvenich
Wissersheim - Bis an den äußersten Rand des Diözesanverbandes führte es die Schüler- und Jungschützen aus dem Bezirksverband Düren-Ost am zweiten Juli-Wochenende. In direkter Nachbarschaft zur Diözese Köln hatten die Wissersheimer Jungschützen das diesjährige Bezirkszeltlager vorbereitet.
Das Thema „Verpflegung" hatte bereits in der Vorbereitung einen großen Raum eingenommen. Die Wissersheimer Jungschützen planten, die Verpflegung in diesem Jahr etwas anders aufzuziehen. Bisher bestand das Mittagsessen am Samstag beispielsweise aus einer schnellen Kleinigkeit. Hier planten die Organisatoren, diesmal ein umfangreiches Mittagessen anzubieten - ohne das Budget der vorherigen Jahre zu überschreiten.
Schon bei der Ankunft am Schützenhaus stand das Essen wieder förmlich
im Mittelpunkt: die mobile Küche war mitten vor dem Schützenhaus
aufgebaut worden und somit auch mitten im Geschehen.
Das Geschehen verlagerte sich am Freitagabend schnell aus den Zelten ins Schützenheim, wo die Beach-Party stattfand.
Die Regenwolken von Freitag hatten sich am nächsten Tag pünktlich verzogen, so dass die geplanten Spiele nicht ins Wasser fielen. Höhepunkt war am Nachmittag das Menschen-Kicker-Turnier.
In gemütlicher Runde am Grill erhielt Bezirksschülerprinz Kai Hürtgen unter großem Applaus seine Urkunde über die Qualifizierung zum Bundesschülerprinzenschießen. Er hatte sich in Wassenberg mit 29 Ringen an die Spitze der Qualifikanten setzen können.
Vor der Nachtwanderung dann der Schock: der Bezirksjungschützenmeister war entführt worden. Die Entführer forderten von den Teilnehmern die Erfüllung verschiedener Aufgaben während der Nachtwanderung.
Den Abschluss am Sonntagmorgen bildete der gemeinsame Wortgottesdienst. Hier konnte Pfarrer Häckler in Begleitung von Diakon Walter Fuhrbach erstmals als neuer Bezirkspräses auftreten. An der Durchführung des WoGo beteiligten sich diesmal fast alle Gruppen. Er befasste sich mit der Frage, welches Gesicht ein jeder der Kirche geben kann.
Das schön Wochenende in Wissersheim führte sich in der Abrechnung fort. Die Wissersheimer Jungschützen hatten es tatsächlich geschafft, ihre Ideen zum Essen umzusetzen, ohne das Budget zu überschreiten. Sie hatten es geschafft, die Schützen und Eltern so sehr für das Zeltlager zu begeistern, dass sie eine große Zahl von Lebensmittelspenden erhalten hatten - auch so kann ein Zeltlager zu mehr Gemeinschaft führen.
50 Jahre Jungschützen --- 1959 - 2009
Die Jungschützen der St. Sebastianus Schützen in Wissersheim.
Über Jungschützen in unserer Bruderschaft vor dem 2. Weltkrieg
gibt es sehr wenige Informationen, aber es wird schon immer Jungen und
Jungmänner gegeben haben, die sich an den Aktivitäten der Schützen
beteiligt und auch die auswärtigen Schützenfeste besucht haben.
In der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen der Bruderschaft im Jahre 1988
schreibt Heinz-Johann Vieth dazu:
Schon damals hatte die Wissersheimer Bruderschaft, wie die meisten
Gesellschaften in der Umgebung auch, eine Jungschützenabteilung. Es war
aber, so die Aussage des damaligen Jungschützen Martin Schnitzler, nicht
eben einfach - vielleicht abgesehen von den Gymnicher Gesellschaften, die
offenbar keine Motivationsprobleme gekannt haben - die Jugend für das
Schützenwesen zu begeistern. Außer ihm war nur noch Ferdinand
Schumacher Jungschütze und, so sein ehrliches Eingeständnis, vielleicht
auch nur deshalb, weil ihre Väter mehr oder weniger sanften Druck
ausgeübt hatten.
In dieser Situation schon von einer
Jungschützenabteilung zu sprechen ist wohl nicht ganz passend. Das
änderte sich erst, als unter dem Brudermeister Willi Vieth die Schützen
immer mehr Zulauf auch von Kindern und Jugendlichen bekamen und so war es nicht
verwunderlich, dass 1957 mit Paul-Theo Weber der erste Jungschützenprinz
gekrönt wurde.
Im Jahre 1959 übernahm Heinrich Zensen das Amt des Brudermeisters und es
wurde offiziell eine Jungschützenabteilung gegründet, die vom Vorstand
betreut wurde. Ein besonderes Ereignis war dann 1961, als einige
Jungschützen an einem Wochenendseminar über Schießsport und
Waffenkunde in Kreuzweingarten teilnahmen. Bei einem Gespräch über die
damalige Zeit erinnerten sich Paul-Theo Weber und Hans-Michael Zensen noch gerne
an die nächtliche Aktion, als man aus dem Fenster kletterte um nach
Münstereifel zu gehen. Nach der Rückkehr hatten sie Probleme, wieder in
ihre Zimmer zu kommen.
1971 wurde auf Initiative des damaligen Jugendleiters Jakob Pook hinter dem
Jugendheim an der Kirche eine Luftgewehr-Anlage mit drei Schießbahnen
gebaut, geschossen wurde aus einem festen Schießhaus ins Freie auf die 10
Meter entfernte Wand des Pfarrbüros an der die Kugelfangeinrichtungen
befestigt waren. Als Aufenthaltsraum stand das Jugendheim zur Verfügung,
hier trafen sich dann auch die Jungschützen zu Sport und Spiel.
Um die Ehre des Schülerprinzen wurde erstmalig 1972 geschossen, Stefan
Gierling war es dem diese zu Teil wurde.
Die Anlage am Jugendheim musste 1984 im Zuge der Kirchen-Renovierung wieder
abgebaut werden, da hier ein Anbau geplant wurde. Theo Pook, der 1979 seinen
Bruder als Jungendleiter abgelöst hatte, baute zusammen mit Hermann Janser
drei transportable Schießbahnen, die im Saal der Gaststätte „Zur
alten Post" aufgebaut wurden, um das Fortbestehen des Schießsports und das
Treffen der Jungschützen zu sichern. Während seiner Amtszeit wurden
auch erstmals Mädchen in der Jungschützenabteilung aufgenommen. Erika
Weber (Reichertz) war 1981 eine der ersten jungen Damen die in die
Schützenbruderschaft eingetreten sind und wurde 1982/83 schon
Schülerprinzessin und 1986/87 Jungschützen-prinzessin und 1987 auch als
Bezirksprinzessin gekrönt.
Die stattliche Anzahl von Mädchen in der Jungschützenabteilung
führte unter Anderem auch dazu, dass von der Jahreshauptversammlung 1996 der
Beschluss gefasst wurde, künftig auch Frauen als Aktive in der Bruderschaft
aufzunehmen.
Im Jahre 1985 wurde Hermann Janser neuer Jugendleiter, der sich sehr schnell die
Herzen der Kinder und Jugendlichen eroberte. Unter seiner Führung wuchs die
Jugendabteilung auf zeitweise 45 Mitglieder heran. Hermann Janser schrieb in der
o.a. Festschrift:
Nach meiner festen Überzeugung ist die Jugendarbeit sehr wichtig. Sie
muss besonders sorgfältig wahrgenommen werden. Will die Bruderschaft nicht
untergehen, muss sie ihre Reihen immer wieder schließen. Und das geschieht
am besten, wenn sie ihren Nachwuchs selber heranzieht. Die Erfahrung zeigt, dass
etwa ein Drittel der Jugendlichen bei der Stange bleiben. Sie schließen
sich auf Dauer der Bruderschaft an. Drei der heutigen Vorstandsmitglieder kommen
aus der Jugend. Aber es ist auch wichtig, sich ganz allgemein um die Jugend zu
kümmern.
Mit dieser Einstellung führte er die
Jugendabteilung, er hatte für die Belange der Kinder und Jugendlichen stets
ein offenes Ohr, man traf sich regelmäßig Freitags zu verschiedenen
Aktivitäten, jährlich wurde ein Ausflug veranstaltet und auch an den
Terminen der Bruderschaft nahmen die Jungschützen stets in großer
Anzahl teil.
Dies alles hat auch heute noch Gültigkeit.
Ein Datum von besonderer Bedeutung für die gesamte Schützenbruderschaft
war der 14. November 1991. Nach 5-jähriger Bauzeit in Eigenleistung wurde an
diesem Tag das neue Schützenheim feierlich eingeweiht und seiner Bestimmung
übergeben. Nach 103 Jahren des Bestehens waren die Schützen endlich
sesshaft geworden und auch die Jungschützen hatten jetzt ein festes Zuhause
für ihre Treffen.
Als Hermann Janser 1997 nach schwerer Krankheit starb, nahmen neben den
Schützen auch viele Kinder und Jugendliche an der Beisetzung teil und
trauerten um ihren Hermann. Die Führung der Jugendabteilung übernahm
die bisherige Stellvertreterin Brigitte Lehman, bis im Jahre 2000 Martin van den
Berg zum neuen Jugendleiter gewählt wurde, der dieses Amt bis 2008
ausübte. Unter ihrer Regie wurden auf dem Hochstand am
Schützenfest-Samstag Orden für die Schüler- und Jungschützen
ausgeschossen und die Jugendabteilung übernahm die Ausrichtung des
Bürgerpokalschießens am Schützenfest-Dienstag.
Im Jahre 1998 wurde erstmalig für unter 12-jährige auch ein Kinderprinz
ermittelt, zunächst auch auf dem Hochstand, später, bedingt durch die
Verschärfung des Waffengesetzes, mit einem Lasergewehr. Erster Kinderprinz
wurde Lukas Jungbluth.
Nach 2008 übernahm Christina Hambach als stellvertretende Jungendleiterin
die Führung der Jungschützenabteilung, unterstützt wird sie dabei
vom Vorstand, besonders von Brudermeister Frank Preuß. Sie geht mit sehr
viel Engagement an die Sache heran und beweist, dass man sich auch mit jungen
Jahren für die Ideale einer Schützenbruderschaft und die
Schützenjugend einsetzen kann.
Wenn wir in diesem Jahr das 50-jährige Bestehen der
Jungschützenabteilung unserer Bruderschaft feiern, heißt das nicht,
dass es nicht schon immer, wie oben beschrieben, Jungschützen in unseren
Reihen gab, aber erst der offizielle Beschluss des Vorstandes im Jahre 1959 eine
Jugendabteilung zu gründen, rechtfertigt dieses Jubiläum.
Dies war ein kleiner Abriss über unsere Jungschützenabteilung, in der
es wie überall Höhen und Tiefen gab, aber immer waren die
Jungschützen fester Bestandteil unserer Bruderschaft und sie haben unser
aller Unterstützung verdient.
Zum Schluss noch ein persönliches Wort:
Wenn die Schützenbruderschaften in der heutigen Zeit Kindern und
Jugendlichen Freizeitangebote unterbreiten und sie mit dem sportlichen und
gewissenhaften Umgang von Waffen vertraut machen und ihnen ein Gefühl
für die Traditionen und Werte der Schützen vermitteln, trägt es
bestimmt dazu bei, dass sie vielen Ereignissen die sich auf der Welt abspielen,
kritischer gegenüber stehen.
Ich bedanke mich bei allen die sich in den vielen Jahren für die
Jungschützen eingesetzt haben, auch wenn sie nicht alle persönlich
genannt wurden, der Jungschützenabteilung wünsche ich für die
Zukunft alles Gute und noch viele Jahre der Gemeinsamkeit in der
Schützenbruderschaft.
Allen Kindern und Jugendlichen in Wissersheim empfehle ich einen Besuch Freitags
bei den Jungschützen. Ihr werdet sehen, es macht viel Freude und vielleicht
habt ihr dann auch Lust
mitzumachen.
H.Troger